Das Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien

Das Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien wurde 2011 gegründet und ist für sieben Jahre eingerichtet. 2018 wurden ihm die Mittel für eine zweite Laufzeit bis 2024 bewilligt. Es wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft sowie vier offiziellen Partnern getragen: der Universität Innsbruck, der Universität Freiburg i.Br., der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und dem Päpstlichen Komitee für Geschichtswissenschaft in Rom.

Das Institut widmet sich der Erforschung der „neulateinisch“ genannten lateinischen Literatur der Neuzeit. Die Jahrhunderte von ca. 1400–1800 stehen dabei im Zentrum unseres Interesses. In diesem Zeitraum erlebte Latein noch einmal eine Blüte als internationale lingua franca, gewissermaßen als das Englisch der damaligen Zeit. Aus dieser Epoche sind uns auch weit mehr lateinische Texte überliefert als aus der Antike und dem Mittelalter zusammen. Trotzdem gilt die neulateinische Literatur als die am schlechtesten erforschte große Literatur Europas. Das Ludwig Boltzmann Institut ist eine der ersten Forschungseinrichtungen weltweit, die sich ganz diesem Thema widmen. Es konzentriert sich dabei exemplarisch auf Aspekte aus den Bereichen Bildung, Naturwissenschaft und Intellectual History, in denen die neulateinische Literatur einen wichtigen Beitrag zu großen zeitgenössischen Themen geleistet und damit die Entwicklung Europas mitgestaltet hat. Diese drei Forschungslinien gingen aus den Forschungslinien Politik, Religion und Mentalitätsgeschichte der ersten Laufzeit des LBI 2011 bis 2017 hervor. Ohne die Ästhetik und Sprache der Texte zu vernachlässigen, zeichnet sich das Ludwig Boltzmann Institut besonders durch seine übergreifenden historischen und kulturgeschichtlichen Fragestellungen aus.