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22.09.2014 von lbineolatin

DAV congress

From 22nd to 25th April 2014, Innsbruck hosted the Bundeskongress of the Deutscher Altphilologenverband (DAV). The LBI was not only co-organizer, but a number of its members also gave talks and held workshops. We here list our speakers, titles, and abstracts (in German):

Martin Korenjak: „Neulatein: Stand der Forschung und Perspektiven“

Die Neulateinforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Entwicklung durchlaufen. Die Zukunft der Disziplin ist jedoch in inhaltlicher wie organisatorischer Hinsicht mit zahlreichen Fragezeichen behaftet. Der Vortrag wird versuchen, einige wichtige Trends der letzten Zeit nachzuzeichnen und eine ungefähre Standortbestimmung vorzunehmen. Abschließend sollen weitere Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten diskutiert werden, die künftig auf die Neolatinistik zukommen dürften.
(Wednesday, 23rd April, 11:30-12:30)

Johanna Luggin: „Der Philosoph in den englischen Alpen – Thomas Hobbes und die Wunder des Peak District

Im Laufe der Frühen Neuzeit vollziehen sich einige zentrale mentalitätsgeschichtliche Umschwünge, die einen wesentlichen Anteil hatten in der Entwicklung des von uns so genannten „modernen“ – oder heute „postmodernen“ Menschen. Einen wichtigen Wandel stellt die Einstellung zur Natur, besonders zur wilden Natur dar, die sich in dieser Zeit fundamental ändert – von der unwirtlichen, gefährlichen Wildnis zu einem Raum, den man nun aus unterschiedlichsten Motiven immer öfter aufsucht: um ihn, seine Flora und Fauna zu studieren, aus Abenteuerlust oder um persönliche Erfüllung zu erleben.
In diesem Arbeitskreis werden exemplarisch neulateinische Texte vorgestellt, die diesen Wandel dokumentieren, heute allerdings weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Auch deren Integration in den altsprachlichen Unterricht soll diskutiert werden, am Beispiel eines lateinischen Gedichtes des Philosophen Thomas Hobbes (1588–1679): Dieser verfasste im Jahre 1627 ein Hexametergedicht mit dem Titel De mirabilibus Pecci. Er beschreibt darin eine Tour durch das englische Derbyshire, zu den so genannten „Sieben Wundern des Peak District“ – alle bis auf eines außergewöhnliche Naturphänomene. Das Vorbild der Sieben Weltwunder wird hier von vom Menschen erschaffenen Konstruktionen auf Naturwunder übertragen. Das Werk ist gleichzeitig ein Zeugnis des beginnenden Inlandstourismus in ländliche, gebirgige Gegenden, in die Natur, aber auch des Dranges, die Ursachen wundersamer Naturphänomene empirisch zu untersuchen.
(Wednesday, 23rd April, 14:15-15:45)

Florian Schaffenrath: „Didaktische Literatur zur Entdeckung der Neuen Welt in neulateinischen Texten – Vorhandenes und Desiderate“

Lateinische Texte zur ‚Entdeckung‘ Amerikas 1492 und zu den frühen Kulturkontakten zwischen den europäischen Eroberern und der amerikanischen Urbevölkerung erfreuen sich seit einigen Jahren nicht nur in der neulateinischen Forschung, sondern auch im Altsprachlichen Unterricht steigender Beliebtheit. Dafür spricht eine Reihe von Unterrichtswerken, Textsammlungen, kommentierten und teilweise auch vereinfachten Ausgaben, über die im Vortrag ein Überblick gegeben wird. Im Zentrum der Überlegungen wird dann ein Blick darauf stehen, welche Gattungen bisher für den Unterricht fruchtbar gemacht wurden und welche in Zukunft vielleicht noch stärker berücksichtigt werden könnten. Besonders in der Poesie (Epigramme, Lehrdichtung, Epos) gibt es noch viele ungehobene Schätze zu den Americana Neolatina zu heben.
(Wednesday, 23rd April, 16:15-17:45)

Nienke Tjoelker and Valerio Sanzotta: „Schultheater und jesuitische Netzwerke im 18. Jahrhundert“

Dieser Arbeitskreis widmet sich den Netzwerken der Jesuiten im deutschsprachigen Raum. Der erste Teil des Vortrags ist eher allgemein gehalten und untersucht einige Beispiele von Jesuitennetzwerken im süddeutschen Raum. Im zweiten Teil wird in Form einer Fallstudie das Schicksal der Tragödien (Rom, 1745) des italienischen Jesuiten Giuseppe Enrico Carpani betrachtet. Dank der Studenten, die bei der Aufführungen dieser Tragödien im Collegium Germanicum in Rom anwesend waren, wurden diese Stücken bis in den deutschsprachigen Raum verbreitet. Im Jahre 1746 erschienen zwei weitere Ausgaben in München und Augsburg. Bedeutungsvoll ist auch die Erwähnung von Carpani in den Werken des Ignaz Weitenauer.
(Thursday, 24th April, 14:15-15:45)

Stefan Tilg: „Vor Klopstock: „Freie Verse“ in der neulateinischen Dichtung“

Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803) gilt als Erfinder des „freien Rhythmus“, der letztlich zum „freien Vers“ moderner Dichtung führt. Tatsächlich gab es ähnliche Phänomene aber auch in der neulateinischen Literatur seit ca. 1550. Der Vortrag wird sich zunächst kurz mit terminologischen Fragen befassen („freier Rhythmus“, „freier Vers“, „irregulärer Vers“ u.Ä.), dann einen Rückblick in die Antike wagen und im Hauptteil schließlich Fallstudien aus der neulateinischen Literatur behandeln. Wichtige Punkte hierbei werden u.a. sein: die Pindar-Rezeption, expressive metrische Experimente wie jene des Julius Caesar Scaliger sowie „pseudoepigraphische“ Dichtung. Abschließend soll eine Einordnung dieser Phänomene in die Geschichte des freien Verses versucht werden.
(Friday, 25th April, 10:15-11:15)

In addition, the LBI organized a clubbing on Thursday evening in the „Sixty Twenty“. Please find attached the invitation voucher.

Event Details
Date:
Tue, 22/04/2014 – 09:00 to Fri, 25/04/2014 – 14:00
Location:
Innsbruck, SOWI (Universitätsstr. 15)